Häufig gestellte Fragen
Warum sollte ich zum Zahnarzt gehen, wenn ich keine Probleme mit meinen Zähnen habe? Es gibt Krankheiten der Zähne und der umgebenden Gewebe, die in den frühen Stadien noch keine Beschwerden verursachen. Bei mangelnder Vorsorge werden diese Erkrankungen deshalb leicht übersehen. Sobald erste Symptome auftreten, ist der Gewebeschaden dann meist schon deutlich größer, wodurch der Umfang (und damit auch die Kosten) der Behandlung unnötig steigen und Sie eventuell unnötige Schmerzen erleiden müssen. Karies verursacht zum Beispiel häufig erst dann Schmerzen, wenn das Loch den Zahnnerven erreicht hat und dieser sich entzündet. Zu diesem Zeitpunkt hilft nur noch eine aufwendige Wurzelbehandlung, während eine frühe Behandlung der kariösen Stelle diese Entzündung leicht hätte verhindern können. Auch Paradentose, eine chronische Entzündung des Zahnfleisches, wird bei mangelnder Vorsorge häufig erst zu spät entdeckt, z.B. wenn die Zähne anfangen zu wackeln. Zu diesem Zeitpunkt sind die Zähne meist nur noch durch eine sehr aufwendige Behandlung zu retten. Ist es für meine Zähne schädlich, wenn ich Süßigkeiten esse und kohlensäurehaltige Getränke trinke? Es kommt darauf an: Löcher entstehen nicht vom Zucker sondern durch Bakterien (Plaque), die jedoch in Gegenwart von Zucker deutlich größeren Schaden anrichten, als in Gegenwart von anderen Lebensmitteln. So gesehen besteht schon ein Zusammenhang zwischen dem Konsum von Zucker und Löchern. Wenn sie ihre Zähne jedoch vollkommen rein von Bakterien halten könnten, würden sich ungeachtet des Zuckerkonsums keine Löcher entwickeln. Nur ist solch ein Hygieneniveau kaum aufrecht zu erhalten, weshalb Sie den Verzehr von Zucker reduzieren sollten. Dies gilt speziell für Kinder mit einer Tendenz zu Ausbildung von Löchern. Auch der Verzehr von kohlensäurehaltigen Getränken kann unabhängig vom Zuckergehalt des Getränkes ihre Zähne auf Grund der ätzenden Eigenschaften dieser Getränke schädigen. Ist Amalgam giftig? Sollte ich meine Amalgamfüllungen durch ein anderes Material ersetzten lassen? Diese Frage kann noch nicht endgültig beantwortet werden. Amalgam Füllungen enthalten stark neurotoxisches Quecksilber, das ständig in kleinen Dosen freigesetzt wird. Es ist jedoch noch ungeklärt, ob das Quecksilber aus den Zahnfüllungen vom Organismus aufgenommen wird oder nicht. Einige Patienten führen eine Anzahl ihrer Symptomen auf eine Quicksilbervergiftung ausgehend von ihren Amalgamfüllungen zurück, wobei es allerdings schwierig ist, diese Daten wissenschaftlich zu bestätigen. Sicher ist aber, dass eine kleine Anzahl von Personen allergisch auf Amalgamfüllungen reagiert. In Skandinavien wird deshalb auf den Gebrauch von Amalgam für Zahnbehandlungen gänzlich verzichtet. Auch in unserer Praxis haben wir uns entschlossen auf Amalgam zu verzichten. Wir empfehlen jedoch nicht, vorhandene Amalgamfüllungen prinzipiell durch andere Materialien zu ersetzten. Amalgam hat sehr gute mechanische Eigenschaften und hält normalerweise sehr lange. Wenn eine alte Amalgamfüllung jedoch aus anderen Gründen sowieso ersetzt werden muss, empfehlen wir sie mit einer Füllung aus einem anderen Material zu ersetzen. Manchmal habe ich nach dem Zähneputzen Zahnfleischbluten, ist das gefährlich? Zahnfleischbluten tritt normalerweise bei einer Entzündung des Zahnfleisches oder bei Parodontose auf. Allgemein ist Zahnfleischbluten ein Zeichen dafür, dass das Zahnfleisch entzündet ist, was in der Regel auf eine unzureichende Mundhygiene zurückzuführen ist. Bei verbesserter Mundhygiene stoppt die Blutung in der Regel innerhalb von 1-2 Wochen. Die Blutung an sich ist nicht schädlich. Es ist auf jeden Fall wichtig, die Zähnen trotz des Zahnfleischblutens sorgfältig zu putzen und dabei das Zahnfleisch vorsichtig zu massieren, auch wenn es blutet. Verschwindet das Zahnfleischbluten nicht von alleine, sollten Sie einen Zahnarzt aufsuchen, um abzuklären ob sich nur um eine einfache Zahnfleischentzündung handelt, oder um eine Parodontose, die auf jeden Fall eine Behandlung erfordert. In seltenen Fällen kann Zahnfleischbluten auch auf andere Krankheiten zurückgeführt werden. Meine Zähne sind sehr empfindlich gegen Kälte, kann ich dagegen etwas machen? Kälteempfindlichkeit kann verschiedene Ursachen haben, häufig sind es Löcher oder empfindliche Zahnhälse. Am besten suchen Sie einen Zahnarzt auf, um die Ursache zu finden. Empfindliche Zahnhalse können häufig auf eine fehlerhafte Putztechnik zurückgeführt werden, z.B. durch den Gebrauch von zu harten Zahnbürsten und bei kräftigen seitlichen “Schrubbbewegungen“. Die Zahnhalse sind so empfindlich, weil sie im Gegensatz zu dem restlichen Zahn nicht von einer dicken Zahnschmelzschicht bedeckt sind. Außerdem gibt es an den Zahnhälsen Kanäle die zu den Nerven führen. Bei kräftiger Abnutzung der Zahnhälse können diese Kanäle geöffnet werden, wodurch die Empfindlichkeit entsteht. Durch eine verbesserte Bürsttechnik und den Gebrauch einer weicheren Zahnbürste sollten sich die Kanäle nach 1-2 Wochen von selbst schließen. Probieren Sie auch einmal eine Zahnpasta für empfindliche Zähne. Hilft das alles nicht, können die Kanäle durch Auftragen eines speziellen Fluorlackes durch den Zahnarzt verschlossen werden. Ich glaube ich habe Mundgeruch, kann man dagegen etwas unternehmen? Übler Mundgeruch kann meist auf das Vorhandensein von typische Bakterien zurückgeführt werden, die an verschiedenen Stellen im Mund zu finden sind. Meistens besiedeln sie jedoch die Zunge. Um solche Bakterien zu entfernen, gibt es spezielle Zungenabkratzer. Reinigen Sie einmal täglich die ganze Oberfläche Ihrer Zunge, dadurch entfernen Sie sowohl abgestoßene Oberflächenzellen, wie auch die übelriechenden Bakterien, die zwischen diesen Zellen leben. Versuchen Sie auch die Reinigung Ihrer Zähne zu verbessern, z.B. durch den Gebrauch von Zahnseide. Übler Mundgeruch kann aber auch durch Parodontose verursacht werden, besonders bei schnell verlaufenden Formen. Falls der Mundgeruch nicht durch die oben beschriebenen Maßnahmen behoben werden kann, sollten Sie Ihren Zahnarzt aufsuchen, um sicherzustellen, dass der Mundgeruch nicht durch eine andere Krankheit verursacht wird. Ich habe furchtbare Zahnschmerzen –sollte ich Antibiotika nehmen? In der Regel nicht. Die häufigste Ursache für starke Zahnschmerzen ist eine bakterielle Entzündung im Nerv oder im dem entsprechenden Knochen, der den Zahn umgibt. Eine korrekte Behandlung ist das Entfernen des Nervs (Wurzelbehandlung). Eventuell ist es auch notwendig einen Ablauf für die Entzündung zu schaffen. Suchen Sie deshalb so schnell wie möglich einen Zahnarzt auf. Nach erfolgter Wurzelbehandlung ist der Schmerz normalerweise sofort deutlich verringert. Eine Antibiotika Behandlung ist dagegen eine unsicherere Therapiemethode, da nicht alle Bakterien auf jedes Antibiotikum reagieren, außerdem verringern sich die Symptome durch Antibiotika Behandlung erst nach 3-4 Tagen. Der unbedarfte Einsatz von Antibiotika erhöht zusätzlich das Risiko der Entwicklung resistenter Bakterienstämme. Resistente Bakterien reagieren nicht mehr auf die gängigen Antibiotika. In Portugal gibt es schon eine Reihe resistenter Bakterienstämme, die nicht mehr durch eine Behandlung mit Antibiotika abgetötet werden können. Weiterhin haben Antibiotika häufig Nebenwirkungen wie z.B. Durchfall oder eine Erhöhte Empfindlichkeit gegen Infektionen mit anderen Bakterien, da z.T. auch die eigene schützende Bakterienflora durch die Therapie zerstört wird. Ein häufiger gebrauch von Antibiotika erhöht auch noch das Risiko, dass sich eine Allergie gegen die Antibiotika entwickelt, so dass im Ernstfall eine Behandlung mit Antibiotika nicht mehr möglich ist. Antibiotika sollten deshalb bei Wurzelentzündungen nur eingesetzt werden, wenn das Allgemeinbefinden des Patienten z.B. durch Fieber beeinträchtigt ist. Ich habe furchtbare Zahnschmerzen- welche Schmerzmittel kann ich nehmen, bis ich einen Termin beim Zahnarzt bekomme? Gesunde Erwachsene können bei starken Zahnschmerzen 3x täglich 600 mg Ibuprofen (für kurze Dauer auch 4x täglich) nehmen. Ibuprofen sollte nach den Mahlzeiten eingenommen werden. In Portugal kann Ibuprofen rezeptfrei unter unter den Namen Brufen 600 mg, Arfen 600 mg, Calbrun 600 mg, Ibuprofen Generis 600 mg, Ibuprofeno Rariopharm 600 mg gekauft werden. Es sollte jedoch auf keinen Fall von Schwangeren oder von Patienten mit Magen- und Darmgeschwüren, bzw. mit Leber- oder Nierenschäden genommen werden. Falls sie entsprechende Vorerkrankungen haben oder andere Medikamente nehmen fragen Sie bitte einen Arzt. Bei weniger starken Zahnschmerzen können Erwachsene es auch erst mal 3x täglich mit 1000 mg Paracetamol versuchen. Paracetamol kann in Portugal in Apotheken rezeptfrei unter den Namen Ben-U-Ron 1000 mg und Panadol 1000 mg gekauft werden. Für Kinder empfehlen wir 3-4x täglich 50 mg/kg Körpergewicht Paracetamol. Ich habe zu große Angst, um zum Zahnarzt zu gehen........ Es ist völlig normal Angst vor dem Zahnarzt zu haben, das geht den meisten von uns so. Oft ist die Angst auf unangenehme Kindheitserfahrungen zurückzuführen. Inzwischen hat sich jedoch viel getan. Nicht nur, dass sich das Zahnarztfach stetig weiter entwickelt und schmerzfreiere und schonendere Therapien wie z.B. die Air Abrasion oder die Oberflächenbetäubung vor der Injektion des wirklichen Betäubungsmittels entwickelt hat, sondern auch die Einstellung des Zahnarztes zu den Patienten ist eine andere geworden. Heute wird viel Wert darauf gelegt, dass der Arzt auf die Wünsche und Sorgen der Patienten besser eingeht und dass der patient über die Art der Behandlung mit entscheidet. Im Prinzip ist ein Besuch beim Zahnarzt also nicht anderes als ein Besuch beim Friseur. Wenn Sie es wünschen, können wir mit einer Behandlung sehr langsam anfangen, vielleicht nicht einmal beim ersten Besuch. Wenn alles genau besprochen wird und man weiß, was als nächstes das gemacht wird, ist ein Zahnarztbesuch in der gar nicht schlimm, wie befürchtet. |